Tischeishockey Geschichte

Wie alles begann: The Munro Table Hockey Game ("Pinball Hockey")

Die Geschichte des modernen Tischeishockey beginnt Anfang der 1930er Jahre (vermutlich 1932 oder 1933) mit einem Table Hockey Game, das ein gewisser Donald H. Munro aus Toronto/Kanada erdachte. Das Spiel erinnert an einen mechanischen Flipper (Pinball-) Automaten, der von 2 gegenüberliegenden Seiten her bespielt wird. Jeder Spieler versucht, mit Hilfe von an den Spielfeldseiten angebrachten, mechanisch bewegten kleinen Hebeln eine Holz- oder Stahlkugel in Richtung gegnerisches Tor zu befördern.
Das Munro Table Hockey Game wurde von der alsbald gegründeten Firma Munro Games über Jahrzehnte hinweg produziert und weiterentwickelt und war insbesondere in Kanada bis weit in die 1950er Jahre hinein sehr populär.
Hier ein Video vom Munro Game.

Stand: 15.09.2007

 

Der Marktführer: Rod Hockey (Stangenhockey)

Auf der anderen Seite des Atlantik veröffentlichte die Firma Aristospel in Schweden Weihnachten 1939 ein Tischeishockeyspiel eines mir leider unbekannten Autoren, welches weltweit als das erste Rod Hockey Spiel (Stangenhockey) gilt. Dieses Spiel eroberte in den folgenden 20 Jahren in Schweden und in anderen Ländern Europas den Markt.
Beim Rodhockey werden die Spielfiguren an unterhalb des Spielfeldes verlaufenden Stangen geführt, mit deren Hilfe sie innerhalb von in der Spielfläche eingelassenen Spurschlitzen gezogen und darüber hinaus beliebig um ihre eigene Achse gedreht werden können. Geübte Spieler vermögen auf diese Weise ein schnelles und aktionsgeladenes Reaktions- und Geschicklichkeitsspiel aufzuführen, mit trickreichen Wendungen, überraschenden Kombinationen und harten Torschüssen.
1954 führte die Firma Cresta das Spiel in Canada und den USA ein. 2 Jahre später stellte Munro Games die Produktion der "Pinball-Hockey"-Spiele ein und produzierte fortan Rodhockeyspiele.
Nachdem Schwedens Nationalteam erstmals Eishockeyweltmeister geworden war, bestieg 1957 die schwedische Firma Stiga den Ring und brachte ihre ersten Rod Hockey Spiele auf den Markt. Ein 15 Jahre währender Konkurrenzkampf mit Aristospel begann. 1972 ging Aristospel bankrott und Stiga's unaufhaltsamer Aufstieg zum Weltmarktführer begann. Heutezutage verkauft Stiga nach eigenen Angaben jährlich einige hunderttausend Spiele weltweit. Bis heute halten sich jedoch insbesondere in Kanada einige kleinere Anbieter (Artizan, Rick Benej), die eine Marktnische für besonders hochwertige, handgefertigte Rodhockeyspiele besetzen.

Etwa seit Beginn der 1970er Jahre, möglicherweise jedoch schon deutlich davor, gibt es auch spielhallen- taugliche Rodhockey Modelle. Diese sind nicht nur naturgemäß größer und stabiler als die herkömmlichen Rodhockeyspiele, sondern zeichnen sich insbesondere durch eine große, durchsichtige Kuppel aus, die das gesamte Spielfeld überwölbt. So bleibt der Puck stets im Spiel und kann auch nicht gestohlen werden. Diese Modelle werden aufgrund ihrer markanten Kuppel Dome Hockey oder Bubble Hockey genannt.
Hier ein Rodhockey Video.

Stand: 15.09.2007

 

Frühstückspause im Versuchslabor: Airhockey

Abseits vom Rodhockey gab es einige weitere interessante Entwicklungen im Bereich Tischeishockey. Ende der 1960er Jahre entwickelten amerikanische Ingenieure der Firma Brunswick Corporation zu Testzwecken einen Tisch mit vielen kleinen Löchern, aus denen Pressluft zur Erzeugung von Luftpolstern strömte. In den Arbeitspausen ließen sie zum Spaß Scheiben auf dem Tisch umherflitzen. Irgendwann kamen sie auf die Idee, mit Photosensoren gekoppelte Klingeln an den Enden des Tisches anzubringen, um Tore zu signalisieren: Air Hockey war geboren. 1972 wurde das Spiel von Bob Lemieux marktreif entwickelt und vertrieben. Es wurde ein großer Erfolg.
Air Hockey ist bis heute sehr populär, insbesondere in Spielhallen und Gaststätten ist es häufig anzutreffen. Es gibt Airhockey-Vereine und es werden Turniere und Weltmeisterschaften ausgetragen. Inzwischen kann man Airhockeytische in angepassten Größen und zu erschwinglichen Preisen auch fürs eigene Wohn- oder Spielzimmer erwerben.

Stand: 15.09.2007

 

Fingerübungen: "Münzen"- Tischeishockey und Fingerhockey

Die Jahre 1978 bis 1980 waren wiederum sehr fruchtbar hinsichtlich der Entwicklung alternativer Table Hockey Games. In Österreich und in den USA wurden fortgeschrittene Münzen - Tischeishockey - bzw. Fingerhockey - Varianten vom Österreicher Peter Linden bzw. vom Amerikaner J.W. Taylor entwickelt.
Während Peter Linden über ein kreisrundes, mit Gleitpulver bestreutes Tablett Münzen mit Hilfe von Lego Steinen schnippt, baute Taylor ein sehr schönes Spielfeld aus Holz, auf dem kleine Holzscheiben mit dem Finger geschnippt werden. Das Table Hockey Game des Amerikaners war vermutlich kommerziell nicht sehr erfolgreich und dürfte inzwischen meines Wissens wohl nur noch als seltenes, aber begehrtes Sammlerstück im Umlauf sein, jedoch gibt es einige Finger Hockey Nachfolgemodelle.
Der Journalist Peter Linden hingegen führte in seinem privaten und beruflichen Umfeld eine große Spielergemeinde an sein Tischeishockeyspiel heran. Alljährlicher Höhepunkt der Turnierveranstaltungen sind die Tischeishockey - Weltmeisterschaften, die seit vielen Jahren mit wachsenden Teilnehmerzahlen an unterschiedlichen, ebenso nach touristischen wie nach sponsorenbezogenen Gesichtspunkten sorgfältig ausgewählten Orten stattfinden. Bei diesen Veranstaltungen geht es dem Vernehmen nach nicht allein und vielleicht nicht einmal in erster Linie um das Spiel, sondern ebenso sehr auch um alternative Freizeitgestaltung und das Gemeinschaftserlebnis in einer Gruppe von Menschen aus unterschiedlichen Lebenszusammenhängen, die über das Spiel und darüber hinaus über eine - wie es in Presseberichten ein wenig geheimnisumwittert anklingt - spezifische Seelenverwandschaft zueinander finden.

Stand: 15.09.2007

 

Gleiten wie auf Eis: Stahlkugelhockey und DoToHo

1980 entwickelte Joachim Haack aus Deutschland sein erstes Tischeishockeyspiel - das Stahlkugelhockeyspiel. Er stellte selbst geformte Figuren aus Modelliermasse auf kugelgelagerte Sockel, so daß die Spielfiguren auf der mit Silikon präparierten Spielfläche wie Schlittschuhläufer auf Eis gleiten. Angetrieben werden die Spielfiguren von hölzernen Miniatureishockeyschlägern. Die Spielregeln erinnern an Subbuteo, weisen jedoch einige grundlegende Unterschiede auf. 1994 wandelte der Autor schließlich das zunächst mit viel Fantasy-Elementen versehenen Spiel in eine reinrassige Eishockeysimulation um und benannte es fortan, frei nach dem Schlachtruf der tschechischen Eishockeyfans, DoToHo.
In der Folgezeit wuchs die auf Turnieren aktive Spielergemeinde deutschlandweit rasch auf über 80 Spieler an und war damit zeitweise annähernd so groß wie die zu jener Zeit bei Turnieren aktive Spielergemeinde der Rodhockeyfreunde in Deutschland. Bereits Ende der 1990er Jahre nahm die Spieleranzahl jedoch allmählich wieder ab, da Haack keinen Produzenten für das Spiel fand und die extrem aufwendige und finanziell wenig lukrative Eigenproduktion in Handarbeit nach und nach reduzierte und schließlich gänzlich einstellte.
Dotoho Video   mehr Infos   ... in english

Stand: 16.09.2007

 

Billiard-Hockey

Ebenfalls etwa um 1980 kam in der damaligen Tschechoslowakei das Spiel Billiard - Hockey auf. Vorläufer des Spieles sollen bereits Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Namen 'sprtek' existiert haben. Um 1960 sollen in Brno (Brünn) erste frühe Regelfassungen entwickelt und von 3 Knaben die erste bekannte, noch heute existierende Liga gegründet worden sein. Die Spielfiguren bestehen aus kreisrunden hölzernen Scheiben. Es wird abwechselnd gezogen. Ähnlich wie bei DoToHo muss der Puck mit Hilfe eines Spielstabes, mit dem die Spielscheiben bewegt werden, nach dem Billiard-Prinzip im gegnerischen Tor untergebracht werden.
Billiard-Hockey ist mittlerweile insbesondere in Osteuropa, ansatzweise auch in Schweden recht populär und es wird in etlichen weiteren Ländern organisiert gespielt.
Video von einem Billiard Hockey Turnier.

Stand: 17.08.2008

 

ScoreOn

Im Jahre 1990 stellte Ludger Korte aus Dorsten/NRW seine Tischeishockey-Spielidee ScoreOn auf der Spielemesse in Essen vor. Wie bei den Rodhockey Spielen laufen die Spielfiguren in Spurschlitzen, die in die Spielfläche eingelassen sind. Allerdings werden die Spielfiguren nicht wie beim Rodhockey mittels einer Stangenmechanik bewegt, sondern unmittelbar an Handgriffen unterhalb der Spielfläche.
Das Spiel erscheint sehr stabil und ausgezeichnet verarbeitet und ist offenbar in den vergangenen Jahren auch inhaltlich und gestalterisch kontinuierlich weiterentwickelt worden. Leider ist mir kein Video bekannt, auf dem man sich einmal einige Spielszenen ansehen könnte.

Stand: 01.03.2009

 

Magnetic Table Hockey

Auf YouTube ist seit einiger Zeit ein Video aus Amerika mit dem Titel 'Magnetic Table Hockey' zu sehen. Das ähnlich wie die Rod Hockey Spiele funktionierende Spiel (mit allerdings nur 3 Spielern plus Torwart) kommt ohne die Schlitze in der Spielfeldoberfläche aus. Statt dessen werden die Spielfiguren offenbar aufgrund von Magnetismus in der Spur gehalten. Das Patent für dieses Spiel, welches aufwändig und hochwertig verarbeitet erscheint, stammt aus dem Jahre 2003.

Stand: 03.03.2011

 

Weykick Tischeishockey

coming next....

 

Zeittafel

1932/1933 Table Hockey "Pinballhockey", Canada
1939 Rod Hockey, Schweden
1968/1972 Airhockey, USA
1978 "Münzen"- Tischeishockey, Österreich
1979 Fingerhockey (Finger Hockey), USA
1980/1994 Stahlkugelhockey / DoToHo, Deutschland
1980 Billiard Hockey, Tschechoslowakei
1990 ScoreOn, Deutschland
2003 Magnetic Table Hockey, USA
???? Weykick Magnetic Tischeishockey

Stand: 01.03.2009

 

 

 

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